20./21. Mai 2011 – Mügeln

In der Nacht von Freitag zu Sonnabend versuchten mehrere Mügelner (Neo)nazis, welche unter anderem mit Schlagringen, Elektroschockern und Sandhandschuhen bewaffnet waren, gewaltsam in ein Mehrfamilienhaus, in welchem auch mehrere alternative Jugendliche wohnen, einzudringen. Gegen 23.00 Uhr zog eine Gruppe von ca. 10 (Neo)nazis, rechte Parolen grölend, vom „Filmriss“, einer von Mügelner (Neo)nazis häufig frequentierten Bar/Kneipe, zu dem besagten Mehrfamilienhaus. Dabei kletterte einer der (Neo)nazis über ein Vordach auf den Balkon eines der betroffenen Jugendlichen und versuchte hier die Scheiben einzuschlagen. Hierbei stellte sich dieser eben so ungeschickt, wie bei der anschließenden Flucht an. Ein Sprung vom Balkon in die Arme zweier seiner „Kameraden“, welche ihn fangen sollten, misslang und mit einem gebrochenen Bein blieb er glücklicherweise der einzige Verletzte.
Gegen 2 Uhr in der gleichen Nacht versuchten erneut mehrere (Neo)nazis in das Mehrfamilienhaus einzudringen. Nach etlichen Versuchen gelang es ihnen, die Eingangstür einzutreten und sie erreichten das Treppenhaus. Glücklicherweise gelang es ihnen nicht, direkt in die Wohnung eines der Jugendlichen einzudringen.
Kritisiert werden muss in diesem Zusammenhang auch das Verhalten der alarmierten Polizei. Diese nahm zwar immerhin die Personalien von einigen der Angreifer auf, fielen des Weiteren jedoch durch Desinteresse auf. So machten die „Freunde und Helfer“ deutlich, dass ein „Rechts-Links-Konflikt“, so der O-Ton der Beamten, sie überhaupt nichts angehe.